Fragen und Antworten

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Über die Initiative „Gesundheitsziele Österreich“

Die Entwicklung von Gesundheitszielen ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden für alle. Die Bundesregierung hat in ihrem Programm die Entwicklung solcher Ziele verankert und auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft ihre Mitgliedsstaaten dazu auf, Konzepte für diese Vision zu erarbeiten.

Die Gesundheitsziele sollen abgestimmtes, zielgerichtetes Handeln stärken, sowohl in der Gesundheitsförderung und bei der Krankenversorgung als auch in Bereichen, die außerhalb des Gesundheitssystems zur Gesundheit der Bevölkerung beitragen, zum Beispiel im Arbeits-, Bildungs- oder im Umweltbereich. Nur wenn alle Verantwortlichen gemeinsame Ziele verfolgen, kann das Beste für die Gesundheit der Menschen in Österreich erreicht werden.

Die zehn Gesundheitsziele sind richtungsweisend für den Zeitraum bis 2032 und definieren die Handlungsschwerpunkte für die Zukunft. Erklärtes Ziel ist die Verbesserung der Gesundheit aller Menschen in Österreich, unabhängig von Bildung, Einkommen, Herkunft, Wohnumgebung oder Geschlecht. Es geht darum, die Gesundheit der Menschen bestmöglich zu erhalten und nicht erst auf Erkrankungen zu reagieren. So kann die Gesundheit der Bevölkerung verbessert und eine Entlastung des Gesundheitssystems bewirkt werden.

Die Gesundheitsziele setzen dort an, wo positiv auf die Erhaltung und Entwicklung der Gesundheit der Bevölkerung eingewirkt werden kann. Zu diesem Zweck rücken die Gesundheitsziele all jene Faktoren in den Vordergrund, die die Gesundheit entscheidend beeinflussen, wie etwa die allgemeine Lebens- und Arbeitssituation, Bildung, soziale Sicherheit oder Umwelteinflüsse.

Die Gesundheitsziele sind umfassend und allgemein formuliert. Sie bilden einen gemeinsamen Handlungsrahmen, der von allen beteiligten Institutionen mitgetragen wird. Sie fungieren auch als Leitfaden für die laufende Gesundheitsreform sowie die damit verbundene Gesundheitsförderungsstrategie.

 

Die Gesundheitsziele für Österreich wurden im Sommer 2012 vom Ministerrat und von der Bundesgesundheitskommission auf Basis eines vom Plenum erarbeiteten, fachlichen Entwurfs beschlossen.

Die Bundesgesundheitskommission wurde zur Planung, Steuerung und Finanzierung des Gesundheitswesens auf Bundesebene eingerichtet. Ihr gehören unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des Bundes, der Sozialversicherung, aller Länder, der Städte und Gemeinden, der Patientinnen und Patienten, der konfessionellen Krankenanstalten und der Österreichischen Ärztekammer an.

Ein erster Entwurf zu den Gesundheitszielen für Österreich wurde durch das sogenannte Plenum entwickelt. Das Plenum setzt sich aus etwa 40 Vertreterinnen und Vertretern verschiedener politischer und gesellschaftlicher Bereiche zusammen. Der vom Plenum erarbeitete Entwurf wurde den Entscheidungsgremien zum Beschluss vorgelegt. Auch Ideen interessierter Bürgerinnen und Bürger, die diese in einer Onlinebefragung eingebracht hatten, wurden bei der Definition der Gesundheitsziele berücksichtigt.

Die meisten österreichischen Bundesländer haben bereits Gesundheitsziele für ihren Bereich ausgearbeitet oder arbeiten gerade daran. Die Gesundheitsziele für Österreich sind bewusst so allgemein formuliert, dass sie als Rahmen für die Bundesländer-Ziele dienen können.

Deshalb wurden die Gesundheitsziele für Österreich zu Beginn des Prozesses auch als „Rahmen-Gesundheitsziele für Österreich“ bezeichnet. Aus Gründen der besseren Verständlichkeit erfolgte jedoch eine Änderung der Bezeichnung in „Gesundheitsziele Österreich“. Dieser Titel ist kurz, prägnant und leicht zu merken.

Die Gesundheit der Menschen hängt von zahlreichen Einflussfaktoren ab. Viele davon liegen außerhalb des traditionellen Gesundheitssektors, etwa im Bereich der Sozial-, Umwelt-, Arbeitsmarkt-, Verkehrs-, Wirtschafts- oder Bildungspolitik. So tragen zum Beispiel soziale Sicherheit, ein guter Umweltzustand oder der Bildungsstatus wesentlich zur Gesundheit bei.

Um nachhaltige Verbesserungen zu bewirken, ist es daher notwendig, dass alle wichtigen politischen und gesellschaftlichen Bereiche ihren Beitrag zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden leisten. Deshalb entstanden die Gesundheitsziele in einem breiten Beteiligungsprozess.

 

Bis zum Jahr 2032 geben die Gesundheitsziele den Rahmen für die Steuerung des Gesundheitswesens vor und dienen allen wichtigen Organisationen auf Bundes- und Länderebene als gemeinsamer Leitfaden für ihr Handeln („Health in all Policies“ Ansatz).

Seit Jänner 2013 entwickeln politikfeldübergreifend besetzte Arbeitsgruppen konkrete Strategie- und Maßnahmenkonzepte für die einzelnen Gesundheitsziele. Zu diesem Zweck formulieren sie jeweils zwei bis drei Wirkungsziele, klären die Verantwortlichkeiten, geben Zeitpläne zur Umsetzung der Maßnahmen vor und legen Indikatoren und Messgrößen fest. Unmittelbar nach Fertigstellung des Arbeitsgruppenberichts geht es daran, die zuvor definierten Maßnahmen in den beteiligten Institutionen und Organisationen umzusetzen.

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