Internationaler Hintergrund

INTERNATIONALER HINTERGRUND

Die österreichischen Gesundheitsziele sind u.a. mit zwei internationalen Strategien verbunden, die vom Regionalbüro für Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO Europe) und den Vereinten Nationen (UN) initiiert wurden.

„Gesundheit 2020“/„Health 2020“ (WHO Europe)

Die WHO empfiehlt, Gesundheitsziele als Steuerungsinstrument für eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik zu entwickeln. Auf europäischer Ebene gilt das politische Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“ („Health 2020“), das im September 2012 von den 53 WHO-Mitgliedstaaten der Region angenommen wurde, als richtungsweisend: Es enthält zahlreiche Anregungen, wie die gesundheitliche Situation verbessert, gesundheitliche Ungleichheiten bekämpft und die Gesundheit künftiger Generationen gesichert werden können.

Zweck von „Gesundheit 2020“

„Gesundheit 2020“ reagiert auf die sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen in Europa. Obwohl sich die allgemeine gesundheitliche Situation in der Region in den letzten Jahren verbessert hat, wächst doch weiterhin die Kluft zwischen sozial schwächeren und wohlhabenderen gesellschaftlichen Gruppen: Gesundheit ist maßgeblich mit Bildung und Einkommen verbunden.

Mit „Gesundheit 2020“ wurde ein gemeinsamer Handlungsrahmen für die Mitgliedsstaaten definiert, um gesundheitliche Herausforderungen in Europa gemeinsam zu bewältigen.

Wichtige Ziele von „Gesundheit 2020“

Das Recht jedes Menschen so gesund wie möglich leben zu können, ist in der Satzung der WHO verankert. „Gesundheit 2020“ folgt diesem Grundwert und rät den Mitgliedsstaaten, ressortübergreifend auf folgende strategische Ziele hinzuarbeiten:

  • Verbesserung der Gesundheit für alle und Verringerung der gesundheitlichen Ungleichheiten
  • Verbesserung von Führung und partizipatorischer Steuerung für die Gesundheit

„Gesundheit 2020“ empfiehlt Maßnahmen in folgenden Handlungsbereichen:

  • Investitionen in Gesundheit in allen Lebensphasen und Stärkung der Handlungsfähigkeit der Menschen
  • Bekämpfung von nichtübertragbaren und übertragbaren Krankheiten in der Europäischen Region
  • Stärkung von bürgernahen Gesundheitssystemen, Kapazitäten in den öffentlichen Gesundheitsdiensten sowie strategischen Maßnahmen für Notlagen
  • Schaffung stützender Umfelder und widerstandsfähiger Gemeinschaften

Die österreichischen Gesundheitsziele gelten als wichtiger Schritt zur nationalen Umsetzung von „Gesundheit 2020“ und werden vom Europäischen Regionalbüro der WHO als Good-Practice-Beispiel eingestuft.

„Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ (UN)

Bei einem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen (UN) im Jahr 2015 wurde die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ beschlossen. Sie enthält 17 nachhaltige Entwicklungsziele, die auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene umzusetzen sind.

Das Nachhaltigkeitsziel zum Thema Gesundheit lautet: „Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern“.

Es ist stark mit den anderen 16 Nachhaltigkeitszielen verknüpft, die ebenfalls gesundheitsrelevante Aspekte beinhalten.

Alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben sich dazu verpflichtet, die Agenda bis zum Jahr 2030 umzusetzen. Die Gesundheitsziele sind ein wichtiges Werkzeug für die Implementierung in Österreich.

Zsuzsanna Jakab und Agis Tsouris (WHO Europe)
erklären die Idee hinter Gesundheit 2020
(englischsprachig):

Erklärvideo der WHO Europe
zu Gesundheit 2020 (englischsprachig):

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