34. Plenum der Gesundheitsziele Österreich: Kommerzielle Determinanten
Beim 34. Plenumsworkshop der Gesundheitsziele Österreich am 26. November 2026 im BMASGPK diskutierten rund 50 Vertreter:innen aus Bund, Ländern, Sozialversicherung und Zivilgesellschaft darüber, wie Werbung, Medien und Produkte die Gesundheit der Menschen beeinflussen. Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsame Ansätze zu diskutieren, wie kommerzielle Determinanten so gestaltet werden können, dass sie die Gesundheit fördern.
Eröffnet wurde der Workshop mit einer Rede der Sektionsleiterin für öffentliche Gesundheit Katharina Reich.
Für eine Ökonomie des Wohlbefindens
Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die Keynote von Ilona Kickbusch. Sie betonte, dass es eine Koalition der Willigen über politische Ebenen und Sektoren hinweg braucht, um gesundheitsschädlichen kommerziellen Praktiken zu begegnen und eine Wirtschaftsweise zu fördern, die auf das Wohlbefinden von Mensch, Tier und Umwelt ausgerichtet ist.
Stakeholder und Expert:innen im Dialog
Im Rahmen einer einstündigen Podiumsdiskussion, moderiert von Prozessleiterin Judith delle Grazie, diskutierten hochkarätige Expert:innen und Stakeholder:innen die Bedeutung der kommerziellen Determinanten von Gesundheit für Österreich: neben Ilona Kickbusch und Sektionsleiterin Katharina Reich, Herwig Ostermann (GÖG), Wolfgang Panhölzl (AK), Rolf Gleißner (WKÖ) sowie Martin Schenk (Armutskonferenz / Gesundheitsziel 2).
Staatssekretärin Königsberger-Ludwig betonte in einem Resümee zur Podiumsdiskussion die Verantwortung der Politik, besonders junge Menschen besser zu schützen: „Ob Ernährung, digitale Medien oder Umwelt – wirtschaftliche Rahmenbedingungen prägen das Verhalten junger Menschen heute stark. In der Gesundheitspolitik müssen wir darauf reagieren: mit Aufklärung, klaren Regeln und einem Umfeld, das gesundes Leben erleichtert.“
Studie zeigt deutlichen Einfluss von Social-Media-Werbung
Eine aktuellen Studie der MedUni Wien zeigt, wie massiv Social-Media-Werbung das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen beeinflusst. Ein Jahr lang wurden Werbeinhalte auf Instagram, YouTube, TikTok und Twitch ausgewertet.
Die Ergebnisse, beim Plenum vorgestellt von Brigitte Naderer, sind deutlich:
- Rund 75 Prozent der beworbenen Produkte entsprechen nicht den österreichischen Kriterien für kindgerechte Lebensmittelwerbung.
- Besonders häufig beworben: Süßwaren, Gebäck, Fertiggerichte und zuckerhaltige Getränke.
- Die Evidenz zeigt klar: Solche Werbung erhöht das Risiko für Übergewicht und Erkrankungen wie Diabetes.
Naderer plädierte für Maßnahmen, die ein „ausgewogeneres digitales Werbeumfeld“ für junge Menschen schaffen.
Alkohol, Tabak, Ernährung, fossile Brennstoffe
Am „Marktplatz der Ideen“ arbeiteten Expert:innen und Stakeholder zu vier Bereichen, die wesentlich zur Krankheitslast beitragen:
- Alkohol
- Tabak- und Nikotinprodukte
- stark verarbeitete Lebensmittel
- fossile Brennstoffe
Dabei wurden gute Beispiele sowie neue Ansatzpunkte für zukünftige Maßnahmen gesammelt..
Fotos der Veranstaltung: https://flic.kr/s/aHBqjCC6xw
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