Faktenbox: Informiert entscheiden!

Frau sucht im Internet nach Gesundheitsinformationen / © AOK Mediendienst

-Blogpost von Stefan Spitzbart und Martin Block-

Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherung stellt mit der „Faktenbox: Informiert entscheiden!“ ein kompaktes Informationsformat im Internet zu Verfügung. Dieses unterstützt dabei, sich eine eigene Meinung zu bestimmten medizinischen Behandlungen, Früherkennungen und Nahrungsergänzungsmitteln zu bilden. Die Inhalte der übersichtlich aufbereiteten Faktenboxen basieren auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Zudem sind sie in verständlicher Sprache verfasst. Ziel ist es, verlässliche Informationen zu liefern und damit sicherere Grundlagen für eine gute Entscheidung zu bieten.

Wie wissen was man tun soll?

Soll ich zum Röntgen gehen bei Rückenbeschwerden? Welchen Nutzen und welchen Schaden hat eine kombinierte Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln bei Kindern? Was bringt der jährliche Ultraschall im Sinne der Krebsvorsorge? Das könnten konkret Fragen sein, die Sie sich als Betroffener, Elternteil oder im Rahmen der Vorsorge stellen könnten. Aber woher weiß ich, was mir nützt und mehr Gesundheit bringt? Täglich stehen Menschen vor Entscheidungen, die ihre Gesundheit betreffen. Durch eine große Informationsflut in den klassischen Medien, dem Internet und der Werbung kommen sie regelmäßig mit Behauptungen zu neuen Behandlungsmethoden, medizinischen Diagnose-Tests oder angeblichen Gesundheitsgefahren in Kontakt.

Woher nehmen wir unsere Informationen?

Medien, Werbung oder Internet sind bei vielen Gesundheitsfragen eine erste Anlaufstelle auf der Suche nach Antworten. Welche Informationen sind jedoch glaubwürdig und basieren auf wissenschaftlichen Grundlagen? Und was ist übertrieben oder erfunden? Oftmals ist es für medizinische Laien schwierig einzuschätzen, ob man Informationen zu Gesundheitsthemen vertrauen kann. Es ist daher nicht leicht, tatsächlich informierte Entscheidungen zu treffen und den Nutzen oder möglichen  Schaden angemessen einzuschätzen.

Können wir Medienberichten vertrauen?

Eine Umfrage des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen hat gezeigt, dass sich rund 55 Prozent der Befragten vor allem im Internet über Gesundheitsthemen informieren. Außerdem hat eine Studie der Donau-Universität Krems ergeben, dass rund 59 Prozent der Medienberichte mit medizinischen Inhalten die tatsächlichen Fakten stark verzerrt und rund 30 Prozent leicht verzerrt wiedergeben. Nur 11 Prozent der untersuchten Berichte bildeten die tatsächliche Faktenlage ab.

Faktenbox: Röntgen bei Rückenschmerzen, Pro und Kontra. / @ Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger

Bessere Gesundheitskompetenz durch gute Kommunikation

Gute Kommunikation ist ein wesentlicher Motor für Gesundheitskompetenz. Dementsprechend fokussiert die Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) heuer auf das Thema „Gute schriftliche Gesundheitskommunikation“. Die Gesundheitskompetenz zu erhöhen ist ein zentrales Anliegen der Sozialversicherungsträger. Deshalb arbeitet die Sozialversicherung auch maßgeblich Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) mit.

Was ist die Faktenbox und wie hilft sie?

Mit der Faktenbox können die Menschen Nutzen und Risiken von medizinischen Behandlungen, Früherkennungen oder Nahrungsergänzungsmitteln besser abwägen. Die anschaulich aufbereiteten Faktenboxen sind ein kompaktes Informationsformat, das im Internet zur Verfügung steht. Sie vermitteln geprüftes medizinisches Fachwissen auf verständliche Weise. Die wesentlichsten Vor- und Nachteile werden einander in Tabellen und Grafiken gegenübergestellt. So lassen sich Nutzen und Risiken bestimmter medizinischer Behandlungen besser abwägen. Die Faktenboxen wurden bereits in Deutschland erprobt. Dort werden sie immer stärker nachgefragt. In Kooperation mit dem Bundesverband der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) wird die Faktenbox seitens des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger für Österreich zur Verfügung gestellt.

8 Faktenboxen online unter hauptverband.at/faktenbox

Die Faktenboxen verwenden eine einfache Sprache und verständliche Bilder. Mit den folgenden 8 Faktenboxen können Sie sich selbst ein Bild machen:

Röntgen bei allgemeinen Rückenbeschwerden

  • Sollte ich meinen Rücken bei Schmerzen röntgen lassen?

Kombinierte Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln

  • Soll ich mein Kind impfen lassen?

Stoßwellentherapie beim Tennisarm

  • Wie sinnvoll ist die Behandlung mit Stoßwellen, um den Ellbogenschmerz zu lindern?

Der Immunglobulin-G-Test wird oft zum Nachweis von Nahrungsmittel-Allergien angeboten

  • Zeigt mir der Test, auf welche Lebensmittel ich verzichten sollte?

Nahrungsergänzungsmittel für Männer

  • Kann ich mich mit Selen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen?
  • Kann ich mich mit Selen vor Krebs schützen?

Nahrungsergänzungsmittel

  • Kann ich mit Vitamin D Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen?

Eierstockkrebs-Früherkennung

  • Was bringt mir ein jährlicher Ultraschall zur Früherkennung?

Nützen Sie die Faktenboxen, um selbst informiert zu entscheiden!
Jederzeit abrufbar auf hauptverband.at/faktenbox

Zu den Personen

Stefan Spitzbart leitet im Hauptverband den Bereich Gesundheitsförderung und Prävention. Er ist außerdem zuständig für die Gesundheitsstrategie der Sozialversicherung und Vertreter in Arbeitsgruppen der Gesundheitsreform und der Gesundheitsziele Österreich. Des Weiteren ist er Mitglied im Kuratorium des FGÖ und stellvertretender Geschäftsführer am Institut für Gesundheitsförderung und Prävention.

Martin Block ist seit 2015 im Hauptverband im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention tätig. Er ist dort zuständig für den Bereich Betriebliche Gesundheitsförderung, Gesundheitskompetenz und Selbsthilfe.