Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen

Psychische Erkrankungen sind weit verbreitet und betreffen alle Bevölkerungsgruppen. Dennoch sind Vorurteile und Stigmatisierung nach wie vor sehr präsent in der Gesellschaft. Entstigmatisierung kann wesentlich beitragen zur Verbesserung der Behandlung, des Krankheitsverlaufs und der Lebensbedingungen von Menschen mit psychischen Erkrankungen.  Darüber hinaus kann ein offener Umgang mit psychischen Krisen generell zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen, sowie sozialen Zusammenhalt und Inklusion fördern.

Stigmatisierung ist sehr komplex und betrifft alle Gesellschaftsbereiche. Deshalb wurde eine sektorenübergreifende Kompetenzgruppe für die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen aufgebaut. Sie ist aus der Arbeitsgruppe zu Gesundheitsziel 9 „Psychosoziale Gesundheit bei allen Bevölkerungsgruppen stärken“ entstanden. Das rund 40-köpfige Gremium besteht aus Expert:innen aus Wissenschaft, Versorgung, Verwaltung, Kultur, Medien und Erfahrung. Das Gesundheitsministerium hat die Kompetenzgruppe mit der Erarbeitung von Empfehlungen beauftragt.

Im heurigen Jahr 2025 hat diese einen umfassenden Empfehlungskatalog für ein koordiniertes Vorgehen zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen präsentiert. Der Empfehlungskatalog baut auf Beispiele guter Praxis sowie bestehende Strukturen und Initiativen  auf. Insgesamt enthält er über 100 Empfehlungen. Diese wurden nach neun Handlungsfeldern gegliedert: 

  • Legislative, Exekutive, Judikative
  • Mental Health Advocacy
  • Gesundheitsversorgung
  • soziale Absicherung und selbstbestimmtes Leben
  • Erwerbstätigkeit
  • Bildung
  • Medien
  • Kunst und Kultur
  • Wissenschaft

Derzeit wird eine Online-Konsultation mit Vertreter:innen der Bundesländern und  Umsetzungspartner:innen durchgeführt. Die Ergebnisse sollen als Basis für die Erarbeitung eines Umsetzungskonzeptes zu den Empfehlungen dienen.